Wer versucht, diesen Weg lediglich zu wandern, wird wohl scheitern. Wird das Ziel nicht erreichen, das zum einen darin besteht, den Weg zu gehen, zum anderen darin, bis zum Ende durchzuhalten. Damit das gelingt, muss man den Jakobsweg pilgern.
An der mehrere hundert Kilometer langen Strecke, die das allgegenwärtige Symbol der Jakobsmuschel kennzeichnet, ist es heute bei weitem nicht mehr so gefährlich wie damals, als Wegelagerei eine Option war, seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Unvorbereitet und unvorsichtig sollte aber auch der heutige Pilger sich nicht aufmachen. Er benötigt wetter- und wandergerechte Kleidung ebenso wie Kenntnisse über Versorgung und Schlafmöglichkeiten.
Natürlich kann man die beiden letzten Punkte einem Reiseveranstalter überlassen. Aber ist das dann noch authentisch gepilgert? Die den Weg gegangen sind, werden da sicher Zweifel haben. Das Angebot an Unterkünften entlang des Jakobsweges ist reichlich, was keinesfalls bedeutet, dass es in jedem Fall ausreichend ist. Wer abends rechtzeitig erscheint, hat die besten Chancen. Über die Möglichkeiten informieren Broschüren, Reiseführer und natürlich das Internet.
Man kann nachlesen, wie viel Komfort die Herbergen bieten. Manche sind bescheiden eingerichtet, haben tatsächlich nicht mehr als einen Schlafplatz für den müden Pilger, andere besitzen Vollausstattung mit Aufenthaltsraum, Dusche, eventuell sogar Küche. Dazwischen gibt es alle Abstufungen. Ebenso vielseitig sind die Behausungen selber. Vom ehrwürdig historischen Gebäude über in uriger Tradition geführter Herberge bis hin zu Reiehncontainern ist alles vertreten. Auch das ein oder andere Hotel zählt inzwischen zu den offiziellen Pilgerunterkünften. Wer will, kann mancherorts Ferienhäuser und Ferienwohnungen mieten, für eine Nacht oder mehrere, falls man ein wenig länger pausieren möchte.
Der Weg zwischen Start und Ziel, zwischen linker und rechter Hälfte der Jakobsmuschel, wenn man so will, ist lang und er ist hart. An Gelegenheiten zum Ausruhen, um bis zum Ende durchzuhalten, mangelt es nicht. Wie überall im Leben gilt aber auch hier: Man muss sich kümmern.